Artikel mit dem Tag ‘Modell’

Digitale Handlungsräume

Die Beziehung zwischen Software und Recht eröffnet uns interessante Perspektiven. Ich studiere derzeit die Überlegungen von Luhmann, der 1993 in seinem Aufsatz „Das Recht der Gesellschaft“ über grundlegende Probleme des Rechts und der gesellschaftlichen „Steuerung durch Recht“ nachdenkt. Meine Hypothese wäre, dass wir sehr vieler Probleme ledig würden, gelänge es, das Recht vollständig in die Regelsysteme digitaler sozialer Handlungsräume einzuschreiben. Dies würde bedeuten, dass alles das, was wir innerhalb der durch Software repräsentierten Systeme tun, als zeitliche, sachliche und soziale Generalisierung unserer Rechtsvorstellungen verstehen könnten. Wenn das menschliche Verhalten das “Material des Rechts” ist, dann wären Systeme wie digitale Handlungsräume, welche Verhaltenspotentiale prozedural generieren als verbindliche Rechtsräume zu verstehen. Ein jedes Verhalten, das diesem Recht widerspricht, könnte auch durch das technische System nicht verarbeitet werden. Das System würde ein solches Verhalten bereits im Kern automatisch ausschliessen.
Luhmann sagt: „Die Funktion des Rechts hat es mit Erwartungen zu tun; und zwar, wenn man auf Gesellschaft und nicht nur auf Individuen abstellt, mit der Mo?glichkeit, Erwartungen zu kommunizieren und in der Kommunikation zur Anerkennung zu bringen.“ Die Gestaltung digitaler sozialer Handlungsräume wäre damit automatisch ein zentraler Gegenstand des Rechts und die Visualisierung dieser Systeme und ihrer Handlungspotentiale ergäbe damit einen visuellen Bauplan unserer Rechtsvorstellungen. Die Mühen der Transformation von Sprache in Bilder entfällt damit automatisch.

Literatur: N. Luhmann, Das Recht der Gesellschaft, 1993

Roden Crater [James Turrell]

Für eines der erstaunlichsten Kunstprojekte haben wir ein Projekt realisiert, das die Erkundung des massstäblichen Modells vom Roden Crater des US-amerikanischen Künstlers James Turrell ermöglicht.

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

Die Idee von “Roden Crater Interactive” basiert auf der Annahme, dass sowohl die Ausmasse des physikalischen Modells [ca. 17 m2] sowie die Tatsache, dass die Experimentalräume [Skyspaces] in diesem Modell nur andeutungsweise erkennbar sind, eine Augmentation oder technische Erweiterung sinnvoll sein wird. Unser Projekt schildert den Versuch, eine vorhandene Realsituation durch eine virtuelle, also gedachte und funktional nachweisbare Ebene zu ergänzen und zu erweitern. Diese von uns geschaffene Ebene dient der Wahrnehmung [level of perception] sowie dem Verstehen [level of cognition] ergänzt aber nicht, sondern öffnet perceptive Zugäng zu dem, was in das physikalischen Modell eingeschrieben und dennoch unsichtbar ist. Die Form des Erlebens, das entfernte Hantieren mit Controller und Bildschirm wird dem künstlerischen Gegenstand so notwendig fremd, wie dienlich.

Mit dem Projekt “Roden Crater Interactive” haben wir eine “magische” Optik erschaffen, die mit filmischen Mitteln das physikalische Modell näher bringt … um in einem zweiten Schritt, in dieses technisch erzeugte Bild die Simulation der Experimentalräume einzuschreiben. Roden Crater Interactive vermittelt zwischen Realität und Virtualität. Mehr auf der Website von Plasmadesign

Rechtsvisualisierung

Vortrag

Illicit Ludic Metaverse
Gestaltung, Ökonomie und Recht der virtuellen Welten
Eine Veranstaltung des Zentrums für Kulturrecht der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK
18.03.2009