F&E

Geldkulturen

GeldkulturenIm Forschungsfeld ‘Geldkulturen’ werden wir unsere Arbeit im Bereich der Finanzintermediation unter neuer Flagge fortsetzen. Integriert in den Forschungsschwerpunkt II ‘Systeme und Infrastrukturen’ am Institut für Designforschung der ZHdK geht es nun darum, einen erweiterten Blick auf unsere Geldkulturen zu nehmen. Unter dem Titel ‘Spielformen des Ökonomischen – Eine Studie über alternative ökonomische Alltagspraxen in der Schweiz” werden wir in einem ersten Schritt ethnografisch geprägte Studien durchführen.
Bereits im Frühjahr 2012 hat das Institut für Designforschung die Tagung Geldkulturen veranstaltet. Ein Symposium von Ökonomen, Philosophen, Kulturtheoretikern und Designforschern.  Die Vortragenden waren Christoph Binswanger, Jürgen Georg Backhaus, Christina von Braun, Bazon Brock, Gerhard M. Buurman, Piroschka Dossi, Elena Esposito, Tina Hartmann, Gunnar Heinsohn, Jochen Hörisch, Michael Hutter, Peter Koslowski, Meinhard Miegel, Philipp Oswalt, Wolfgang Pircher, Stephan Trüby, Bertram Schefold und Georg Zoche. Flyer der Konferenz

Buurman, Gerhard M.: Eröffnungsvortrag der Konferenz ‘Geldkulturen‘, ZHdK, 2012

Buurman, Gerhard M.: ‘Erklärende Hypothesen’, Antrittsvorlesung,
ZHdK, 2011 [EHyp_Engl.]

Derzeit sind zwei neue Forschungsprojekte in Planung:

Zeichenfunktionen in komplexen adaptiven Systemen am Beispiel der Signatur von Finanzprodukten [in Vorbereitung]

Spielformen des Ökonomischen – Eine Studie über alternative ökonomische Alltagspraxen in der Schweiz [beantragt]

Swiss Design Institute for Finance and Banking

Geld, als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel ist ein formloses Element. Mein übergeordnetes Interesse an diesem Thema gründet auf den für unsere Disziplin bedeutsamen Zusammenhängen zwischen eben jener Formlosigkeit des Geldes und dem Phänomenen der Wertzuweisung durch Formgebung, sowie den Funktionsprinzipien des Tausches als soziale Interaktion. Im Rahmen meiner Arbeit an der ZHdK habe ich im Jahre 2007 das Swiss Design Institute for Finance and Banking [SDFB] gegründet, dessen Schwerpunkt in der experimentellen Erforschung sozialer Aspekte der Finanzinteraktionen und der Finanzmediation liegt. Die unaufhaltsame Entwicklung und Durchdringung der digitalen Medien führt zu einer Kultur der stetigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Für unsere Geldkultur bedeutet dieser Wandel unter anderem, dass grundlegende Werte wie Sicherheit, Diskretion und Vertrauen vermehrt durch technische Systeme abgebildet werden. Bedingt durch weitreichende Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien verändern sich Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden hinsichtlich Transparenz, Unmittelbarkeit und Verständlichkeit der zur Verfügung gestellten Informationen. Das SDFB greift diese Sachverhalte auf und erarbeitet innovative Konzepte und exemplarische Lösungsansätze in den Bereichen Information, Kommunikation und Transaktion. Durch die angewandte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit entstehen kundenzentrierte Medienlösungen, deren Ziel die Optimierung der Beziehung zwischen Finanzdienstleister und Kunde ist. Das SDFB ist ein interdisziplinäres Netzwerk verschiedener Lehrstühle schweizerischer Hochschulen und Universitäten, dem ich seit Gründung im Jahre 2007 vorstehe. > SDFB

Entwicklungsprojekte des SDFB

Financial Lifetime Operation Workflow [FLOW], Thema In Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner CC Sourcing und dem Praxispartner PostFinance wurde ein Szenario für das zukünftige Retail Banking in der Schweiz entwickelt. Die zentrale Fragestellung war der Einfluss interaktiver Medien auf den Zahlungsverkehr und die kundenindividuelle Finanzverwaltung. Partner PostFinance [Unternehmensentwicklung], Kompetenzzentrum Sourcing in der Finanzindustrie [CC Sourcing, Universitäten St. Gallen und Leipzig, Prof. Dr. Rainer Alt], Zeitraum 2009, Förderung PostFinance AG;

Mass Customization Distribution Bank [MCD-Bank], Thema Gemeinsam mit dem Forschungskonsortium des CC Sourcing wurden neue Ansätze der mediengestützten Kundenberatung evaluiert, konzipiert und entwickelt. Die Ergebnisse flossen in eine prototypisch umgesetzte iPad-Applikation mit der Anlageberatung als beispielhaftes Anwendungsgebiet. Partner Kompetenzzentrum Sourcing in der Finanzindustrie [CC Sourcing, Universitäten St. Gallen und Leipzig, Prof. Dr. Rainer Alt], Zeitraum 2010 bis 2011, Förderung Swiss Design Institute for Finance and Banking [SDFB];

Client Risk Profiler, [CRP] Thema Auf der Basis der Forschungsergebnisse des Swiss Banking Institute [Universität Zürich, Prof. Dr. Thorsten Hens] hat die BhFS ein Modell zur Ermittlung von Kunden-Risikoprofilen erstellt. Gemeinsam wurde eine didaktische Anwendung entwickelt, die unmittelbar im Gespräch mit dem Kunden eingesetzt werden kann. Partner Behavioural Finance Solutions GmbH [BhFS, Prof. Dr. Thorsten Hens], Zeitraum 2010, Förderung Behavioural Finance Solutions GmbH;

Schweizer Nationalbank [Iconomix], Thema Iconomix ist das webbasierte Ökonomielehrangebot der Schweizerischen Nationalbank mit Unterrichtsmaterialien für Lehrpersonen der Sekundarstufe II. Bei der Weiterentwicklung der Plattform wird die SNB im Bereich des User Experience Design und der Konzeptentwicklung unterstützt und beraten, Partner Schweizerische Nationalbank [SNB], Zeitraum 2011, Förderung keine Förderung;

Bankberatung 2.0, Thema Das auf zwei Jahre angesetzte Forschungsprojekt thematisierte die IT-gestützte, kooperative Vermögens- bzw. Anlageberatung. In zwei Etappen wurden Einflüsse von Medien auf die Beratungsqualität durch den Einbezug des Kunden und seiner Kooperationsmöglichkeiten mit dem Berater erforscht. Partner Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Zürich, UBS AG, Zeitraum 2010 – 2011, Förderung Kommission für Technologie und Innovation [KTI];

Editor für strukturierte Produkte [EDIT] Thema Die didaktische Software-Anwendung erklärt einerseits die Funktionsweise von Finanz-Derivaten und lässt andererseits die Modellierung eigener Produkte und deren Überprüfung zu. Anhand der Anwendung wurden neue Interaktionspotenziale von Multitouchtechnologien überprüft. Partner Swiss Banking Institute, Universität Zürich, Institut für Informatik, Universität Zürich Zeitraum 2009, Förderung Swiss Banking Institute, Universität Zürich, Swiss Design Institute for Finance and Banking [SDFB];

Die Bank der Jugend der Schweiz. Arbeitspapier für eine praxisorientierte Lernplattform im Bereich Financial Literacy. Präsentiert vor Vertretern der Schweizerischen Bankenindustrie. 2011

Weitere Entwicklungs- und Beratungsprojekte: Avaloq, AXA Winterthur, Basler Versicherungen, Braingroup, Credit Suisse, Finnova, Sunflower Foundation, Zürcher Kantonalbank u.a.

Presse

Gemeinsame Sache‘ In: Design Report, Nr. 2, 2012
“Handlungsräume statt Oberflächen” In: Weave, Nr. 2, 2010
‘Die Kommunikation zwischen Bank und Kunde wird sich verändern‘. Gespräch Christian Weber [Direktor Private Banking, ZKB], Nr. 2, 2010
Kundenberatung mit einer didaktischen Software‘. In: Schweizer Bank vom 20.05.2009
Simulation und Planspiele‘ In: Schweizer Bank vom 18.09.2009
Entdeckungsreise durch die Welt der Forschung‘. In: NZZ Dossier: Das kleine Universum, vom 8. März 2008
Bürdek, B.: ‘Design in der Krise‘. In: Hochparterre, Nr. 5, 2008

Design- und Ausstellungsprojekte [Auswahl]

 

Modell vom Roden Crater

Roden Crater Interactive‘, Installation für James Turrell Ausstellung „Geometrie des Lichts“ Zentrum für internationale Lichtkunst Unna © PLASMADESIGN, Zürich Publikation: Buurman, Gerhard M., Weber, Christian, Rheiner, Max: Roden Crater Interactive. In: James Turrell. Geometrie des Lichts. Haatje Cantz, 2009

150 Jahre ETHZ‘, Gesamtinszenierung, Interaktive Installationen und Architektur Anlässlich der 150-Jahrfeier der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat Plasmadesign den Gesamtauftritt des Departementes ITET verantwortlich entwickelt und umgesetzt. Dies beinhaltete die Architektur, die didaktische Aufbereitung der Inhalte [Interaktionskonzepte, Programmierung und Screendesign] sowie das Projektmanagement. Auftraggeber: ETH Zürich, Departement ITET © PLASMADESIGN, Zürich, 2005

‘New Zurich’, Konzeption und Machbarkeitsstudie für ein 3D geodatenbasiertes Social Software System für kommunale Stadtplanungsprozesse. Kooperationsprojekt mit dem Lehrstuhl für CAAD [Prof. Dr. Ludger Hovestadt], ETH Zürich Halter Immobilien, Zürich Studie > New Zurich, 2005

‘THE HUB’, The Hub – Interfacekonzept für ein Wearable THE HUB war eine der ersten Snowboardjacken der Welt mit integriertem MP3-Player, Bluethooth-Schnittstelle und waschbaren Benutzerinterfaces. Auftraggeber: Interactive Wear AG, München und O‘Neill [US]. © PLASMADESIGN, Zürich, 2004

Wearable Computers – Wenn Mensch und Technik sich näher kommen‘, Ausstellung für Forum Schlossplatz, Co-Produktion mit Christian Weber,  Aarau, 2003

‘Computer For Kids’ Konzepte für kindgerechtes Hardware-Design Computer for Kids entstand im Auftrag der Forschungsabteilung der Infineon AG, München. Konzepte, Prototypen und Ergononmiestudien Zusammen mit Raumwerk und Stefan Roovers, 2000

‘Wissensterritorien’, Ein System zur ikonischen Repräsentation wissenschaftlicher Diskurse. Kooperationsprojekt mit dem Institute for Media and Communication Management [Prof. Dr. Beat F. Schmid] und Lehrstuhl CAAD [Prof. M. Engeli], ETH Zürich Publiziert u.a. in: Heintz, B., Huber, Jörg (Hg.), Mit dem Auge denken. 2001, Wien: Springer Verlag. Download des Berichtes: Theme-Machine, 2000

‘NBP-SHUTTLE – Autonome Zugtechnik’, Neue Bahntechnik Paderborn Entwürfe für die erste Shuttle-Generation [mit Studierenden der Meisterklasse Industrial Design der UFG Linz] Das NBP-Shuttle der Neuen Bahntechnik Paderborn ist eine Kombination von geregeltem Linearantrieb mit aktiven Fahrwerkskomponenten. Kooperationsprojekt mit der Universität Paderborn und dem Heinz Nixdorf-Institut. Linz, 1998

‘Content Managament System’, FORM Zeitschrift für Gestaltung Im Rahmen dieses Forschungsprojektes an der  Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz entstand die Architektur für ein WYSIWYG-fähiges Content Management System [Oracle]. Diese Lösung wurde im Rahmen der Realisierung eines Web-Portals für das internationale Designjournal FORM eingesetzt. Team Dr. Gerhard M. Buurman [Konzept], Johannes Koch-Geiger [Programmierung], Linz, 1997

‘Work & Culture – Inszenierung von Arbeit’, Ausstellungsprojekt, Kuratoren Herbert Lachmayer und Elonora Louis Team BKK-2, Architekten, Wien Landesmuseum, Linz, 1998

Schach in Form‘, Formale Experimente. Ausstellung: Galerie Hell & Hell, München Buurman, Gerhard M.: In form – Zeitschrift für Gestaltung. Bd. 126. Schach in FORM. Düsseldorf/ Leverkusen, 1989